Lenin von der Holderheide
geb. 27. November 1999
gest. 15. November 2006
Mutter: Diestel vom Buchbach
Vater: Pelmondo
Geschwister: Luftikus und Laska

 

Zeichnung von Gabriele Laubinger

Lenin war unser erster Kromfohrländer und von der Optik her wohl der typischste rauhaarige Kromfohrländer, den man sich nur vorstellen kann.
Mit ihm waren wir so ziemlich auf jeder wichtigen nationalen und internationalen Hundeausstellung (insgesamt 26 Mal), außer auf der FCI-Europasiegerschau in Paris in 2004. Dort hatten wir zwar gemeldet, dann aber ausnahmsweise mal keine Lust, die weite Strecke zu fahren. Prompt erhielt ich von Interessenten aus Saarbrücken eine E-Mail, die extra nach Paris gefahren waren, um Lenin zu sehen.
Lenin hat in seinem (leider viel zu kurzen) Leben eigentlich alle Titel gewonnen, die es zu gewinnen gab:

Er hat insgesamt 18x das CACIB, 2x das Reserve-CACIB erhalten, war 17x der beste Rüde und gewann 13x als Rassebester.

Vom Wesen her, war Lenin einfach ein Traumhund, immer souverän, in sich ruhend, leicht erziehbar, absolut verläßlich. Wenn wir mit ihm unterwegs waren, dann ging so ziemlich alles ohne Leine, auch in der Fußgängerzone. Er blieb an jeder Bordsteinkante stehen, wenn er leicht voraus lief, setzte sich ab und wartete auf uns. Andere Hundebegegnungen verliefen harmonisch – auch mit Rüden. Lenin stand irgendwie über den Dingen.
Bei unseren regelmäßigen Münchner Spaziergängen war er derjenige, der schon auch mal für Ruhe sorgte, wenn ein Jungspund sich daneben benahm, einfach nur durch Präsenz zeigen.

Doch wie es halt so manchmal ist, es gab auch eine Kehrseite der Medaille.
Im März 2002, als wir auf der Ortenau-Schau in Offenburg waren, ließen wir dort eine Augenuntersuchung machen. Dabei stellte sich Katarakt auf beiden Augen fest. Eine Nachuntersuchung in der Uniklinik München zwei Monate später bestätigte die Diagnose. Von da an ließen wir Lenin jedes Jahr augentechnisch untersuchen, um den Krankheitsverlauf zu verfolgen. Bis zu seinem Tod hat sich der Katarakt nicht verändert, das Ergebnis der ersten Untersuchung in 2002 und das der letzten Untersuchung in 2006 ist völlig identisch.

Im Mai 2003 hatte Lenin dann einen Anfall, ein paar Wochen später den zweiten. Spätestens da waren wir uns dann sicher, dass unser Hund auch noch unter Epilepsie litt. Die Anfälle kamen dann in regelmäßigen Abständen (ca. 8 – 10 Wochen), sind glücklicherweise immer sehr leicht verlaufen und waren irgendwie vorhersehbar. Auch Lenin merkte wohl immer ein paar Minuten vorher, dass sich gleich irgendetwas ereignen würde. Er kam dann zu mir, preßte sich an mein Bein und schaute mich an. Nachdem diese Anfälle immer zu Hause passierten, habe ich dann eine ein Kissen auf den Boden gelegt und Lenin hinlegen lassen. Wärend der Anfälle habe ich immer mit unserem Hund gesprochen, ihm Rescue-Tropfen eingeträufelt und mich neben ihn gesetzt. Waren die Anfälle vorbei, dann ging es erstmal in den Garten zum pieseln. Dort hat sich Lenin dann kurz geschüttelt, danach gings zurück ins Haus und alles war wie vorher, völlig normal. Da diese Epilepsieanfälle nicht schwer waren haben wir, in Abstimmung mit unserem Tierarzt, auf die Gabe von Medikamenten verzichtet.

Im Herbst 2005 stellte sich dann bei Lenin leichte Arthrose ein, die wir ärztlich behandeln ließen.

Ende Oktober 2006 – bei einer Arthrose-Routineuntersuchung (Röntgen unter Narkose) – wurde dann plötzlich ein Tumor an den Nieren entdeckt, leider auch mit Methastasen an der Lunge. Der Krebs war sehr aggressiv und plötzlich nach 2 Wochen so weit fortgeschritten, dass er als größere Beule zu sehen war.
Als mein Mann eines Tages Mitte November von der Arbeit nach Hause kam, und unser Hund ihn nicht – wie gewöhnlich – freudig begrüßte, da war uns allen klar, dass es zu Ende ging. Um Lenin eine längere Leidenszeit zu ersparen, haben wir ihn dann schweren Herzens einschläfern lassen.
Auch heute noch fällt es mir schwer, daran zu denken und darüber zu schreiben. Aber ich weiß, wir haben damals das Richtige getan.