Das Wesen

Kromfohrländer werden in vielen Hundebüchern immer als besonders familiengeeignete Hunde bezeichnet. Dem kann ich nur mit Einschränkungen zustimmen.

 

Einen Kromfohrländer kann man definitiv nicht mit einem Retriever vergleichen, die ich wirklich für absolut familientauglich halte, weil sie sich so ziemlich alles gefallen lassen und in sich ruhen. Und für ein Leckerli tun die alles.

Dem Kromfohrländer kommt es nicht immer auf eine Belohnung an. Man kann sehr gut mit der Stimme arbeiten. Laute Stimmen und Streit mögen sie eigentlich gar nicht. Auf höhere Stimmen oder Singsang fahren sie voll ab.

 

Ich persönlich bin der Meinung, dass Welpeninteressenten mit Kindern sich auch an Züchter mit Kindern oder zumindest Kinderanschluß in der Nachbarschaft halten sollten.

Unser erstere Kromfohrländer, Lenin von der Holderheide, kam aus einem damals kinderlosen Züchterhaushalt. So war er von Welpenbeinen an nicht unbedingt an Kinder gewöhnt. Wir selbst haben auch keine Kinder.

Lenin blieb Kindern gegenüber Zeit seines Lebens immer skeptisch, negative Vorkommnisse gab es aber nie. Er hat sich einfach immer lieber ein paar Schritte zurückgezogen, wenn ein Kind auf ihn zukam. Hatte ich mal mit Kindern (z.B. in der Nachbarschaft) zu tun oder sind wir welchen begegnet, so war dies aber nie ein Thema.

 

Bei Joschka war das anders. Der kannte Kinder, als Besucherkinder beim Züchter, bereits von Welpenbeinen an. So hatte er auch nie Probleme mit unseren Nachbarskindern, die wir seit unserem Umzug Mitte 2007 nun haben. Im Gegenteil, er rennt immer zum Gartenzaun oder in deren Vorgarten, wenn er sie sieht oder hört. Joschka ist auch so von seinem Wesen her umgänglicher. Wenn man ihn mit seinem Namen anspricht, dann kann es auch schon mal sein, dass er an demjenigen hochhüpft, um ihn abzuschlecken. Ich warne also die Leute immer vor.

 

Beim Umgang mit Kromfohrländern ist einfach darauf zu achten, wie man ihnen entgegentritt. Fremde sollten bei der ersten Begegnung möglichst in die Hocke, frontal zum Hund gehen, wenn sie sich näher mit ihm abgeben möchten.

Von oben herab streicheln mögen die wenigsten Hunde, von hinten geht eigentlich gar nicht. Am besten mit beiden Händen seitlich von vorne an den Backen/Ohren nach hinten streicheln oder unterm Kinn.

Unser Joschka mag z.B. überhaupt nicht, wenn jemand hüpfend oder mit Tretroller auf ihn zukommt. Fahrradfahrer oder Jogger interessieren ihn gar nicht. Aber wenn man so etwas weiß und ein bißchen auf seine Umgebung achtet, dann kann man alles gut steuern.

 

Das gilt auch bei Begegnungen mit anderen Hunden. Hier kommt es bei Joschka v.a. bei anderen Rüden immer auf die Rasse, Farbe oder Größe an. Helle Hunde (also ähnliche Farben wie unsere Kromis) in allen Größen begrüßt er meistens. Dunkle/schwarze und v.a. große Rüden meidet er, weicht schon auch mal aus. Buschige Hütehunde oder Nordische Hunde mag er gar nicht, meist auch nicht die Hündinnen.

Das hängt wohl damit zusammen, dass er im Alter von sechs Monaten von einem riesigen Samojeden (o.ä.) gebissen wurde und zum Tierarzt mußte. Das hat er sich wohl gemerkt, das hat sich eingeprägt.

 

Kromfohrländer haben wirklich ein Elefantengedächtnis. Wenn ihnen in jungen Jahren irgendwas Negatives passiert ist, läßt sich das nicht so schnell wieder ausmerzen, wenn überhaupt. Deshalb ist auch konsequente Erziehung so wichtig, nicht heute so und morgen anders. Und alle sollten gleiche Maßstäbe bei der Erziehung anlegen. Ein Kromfohrländer hat schnell raus, wenn er bei einer Person etwas darf, und bei der anderen nicht. Da kann er dann Herrchen gegen Frauchen schön austricksen – und umgekehrt.